Für Menschen zu arbeiten ist eine grosse und dringende Notwendigkeit. Es ist wichtig, in der heutigen Zeit zu bedenken, Dass die menschliche Seele mehr nach einem Ideal begehrt als nach der realen Wirklichkeit. Die Wirklichkeit macht, dass wir existieren; die Ideale, dass wir leben. Kannst Du diesen Unterschied erfassen?
Tiere existieren – Menschen leben.

- VICTOR HUGO

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     |Letztes Update: Nov.23.2008
 

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Dem Polenmuseum in Rapperswil droht die Ausquartierung

Sprache:

Appell an die Behörden der Schweiz,
des Kantons Sankt Gallen, der Gemeinde Rapperswil,
der Stadt Rapperswil-Jona und an alle Menschen guten Willens

Eine unfreundliche Aktion dreier Bürger von Rapperswil bedroht die Existenz des Polenmuseums, das sich einer 138-jährigen ununterbrochenen Tätigkeit rühmen darf, einer Institution, die Zeugnis ablegt von schweizerischer Toleranz und vom friedlichen Zusammenleben der Kulturen.

"Magna Res Libertas"

… mit diesen Worten werden die Gäste vor dem Schloss Rapperswil begrüsst, in dem das Polenmuseum zuhause ist. Sie stehen auf dem Sockel der Säule, die 1868 zur Erinnerung an die Konföderation von Bar aufgestellt worden ist.

Das Museum wurde im Jahre 1870 von Graf Plater gegründet, dem Dr Theodor Curti, ein langjähriges Mitglied des schweizerischen Parlamentes und Sankt Galler Stadtpräsident, mit aktiver Unterstützung zur Seite stand. Das Polenmuseum zeugt von einer seit Jahrhunderten bestehenden polnisch-schweizerischen Freundschaft und ist ein lebendes Beispiel für die Zusammenarbeit bei der Verbreitung kultureller Leistungen zweier Völker.

Dank dieser Initiative wurde nicht nur ein Zentrum mit einer eigenen kulturellen Ausstrahlung geschaffen, auch die Stadt Rapperswil hat so an nationalem und internationalem Ansehen gewonnen. Und Graf Plater hat damals nicht einfach nur die berühmte Schweizer Gastfreundschaft in Anspruch genommen. Er hat sich dafür bedankt, indem er der Geschichte dieser Gastfreundschaft eine kräftige polnische Note gab – sehr zum Ruhme Rapperswils und der Schweiz.

Das Museum ist im Schloss untergebracht, das von den Polen restauriert und so vor dem Zerfall gerettet worden ist. Denn es waren sie, die für die Kosten der Gesamtrenovation aufkamen, das Schloss ausbauten und in der Folge 82 Jahre lang ganz allein sämtliche Kosten für dessen Unterhalt und Verwaltung trugen. Auch ohne staatliche Subventionen bestritt das Museum später Miete und Unterhalt des Schlosses, nicht zuletzt dank der finanziellen Grosszügigkeit von Polen in aller Welt.

Das Museum ist Polens Visitenkarte in der Schweiz. Es ist das Symbol der schöpferischen Kraft von Polen, die zur Emigration verurteilten worden waren und im Land der Helvetier Zuflucht und ein neues Zuhause gefunden haben. Es ist ein Ort, der polnische Kultur bekannt macht, ein Ort vieler internationaler Konferenzen und Seminarien sowie von Konzerten namhafter Künstler. Diese Institution hat ein schönes Kapitel beigetragen in der Geschichte beider Völker, sie ist ein Beweis für die Möglichkeit eines friedlichen Zuammenlebens der Kulturen und den Dialog zwischen diesen.

Hier, auf Schloss Rapperswil, ruhte nach einem ruhelosen soldatischen Leben das Herz des Oberbefehlshabers Gen. Tadeusz Kosciuszko; das Schloss wurde dadurch zum Wallfahrtsort für viele Generationen von Polen aus aller Welt.

Hier ruhte im Eingang zum Turm – zu dessen Ummauerung die Gemeinde ihre Einwilligung gab, nachdem sie das Schloss den Polen weggenommen hatte – in den Jahren 1895-1927 das Herz Kosciuszkos, des Nationalhelden Polens und der USA.

Hier fanden Graf Wladyslaw Plater und dessen Frau ihre letzte Ruhestätte, ebenso Henryk Bukowski, ein Mitbegründer des Museums und Antiquar in Stockholm, der am Aufstand von 1863 teilgenommen hatte.

Zurzeit beherbergt das Museum wertvolle Sammlungen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Graphik, Kartographie sowie von alten Drucken und Büchern. Sie alle sind Gegenstand von wissenschaftlichen Forschungen. Die Schliessung einer Institution, die sich um die Kultur beider Völker dermassen verdient gemacht hat, würde das Werk vieler Generationen von Polen und Schweizern zunichte machen, die sich für diese Sache engagiert haben. Sie wäre auch Ausdruck mangelnder Wertschätzung für Hunderte von hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeitern, die dafür weder Mühe noch Verzicht gescheut haben. Und letztlich wäre sie Ausdruck von Ignoranz und Verachtung für höhere Werte angesichts des Kultes um Geld und Kommerz.

Hiermit wenden wir uns an Euch um Hilfe für die Weiterführung des Polenmuseums in Rapperswil – eines Museums, das die Erinnerung an die Kämpfe um Freiheit pflegt, die heute nach wie vor viele Völker führen müssen.

Unterschreibe die Petition an die Behörden der Schweiz, des Kantons Sankt Gallen und der Stadt Rapperswil – Wir zählen auf Deine Hilfe!

Informationen zum Polenmuseum gibt es im Internet unter:
www.muzeum-polskie.org oder telefonisch unter folgender Nummer: 00 41/ (0)55 210 18 62

Independent Historical Research, USA - 2008 | admin@rapperswil-castle.com